Malteser-Hausnotruf im Ruhrgebiet auch 2010 mit über 18 Prozent Wachstum
Einsparpotential durch Hausnotruf wird von Pflegekassen noch nicht erkannt
Der Hausnotrufdienst der Malteser im Ruhrgebiet konnte auch im vergangenen Jahr wieder um gut 18 Prozent wachsen. Rund 2000 Menschen nutzen mittlerweile dieses Notrufsystem der Malteser.
NRW-weit sind zum Beginn dieses Jahres rund 15.000 Menschen an das Malteser-Hausnotrufsystem angeschlossen, das von der Stiftung Warentest gute Benotungen erhalten konnte. "In diesem Jahr rechnen wir mit weiter steigenden Anschlusszahlen", ist Thorsten Schildt, Verantwortliche im Ruhrgebiet überzeugt. Bereits 2009 konnten die Malteser ein Wachstum dieses Dienstes von 13 Prozent erreichen.
Aber nach wie vor sei Deutschland im Vergleich mit den Ländern Skandinaviens und Großbritannien ein „Hausnotruf-Entwicklungsland“. Während in
Deutschland nur zwei Prozent der über 65–jährigen den Hausnotruf
nutzen würden, wären es in Großbritannien oder Skandinavien schon
bis zu 16 Prozent. „Und das, obwohl in Deutschland die Pflegekassen
die Kosten der Hausnotrufanlagen für Menschen mit Pflegestufe
übernehmen“.Der Hausnotruf könne den Umzug ins Pflegeheim verzögern und ihn sogar vermeiden. Dies bestätige eine aktuelle Studie zum Hausnotruf in Deutschland, so Schildt weiter. Denn selten waren sich die Bedürfnisse von Bevölkerung und Politik so ähnlich: Während Pflegekassen durch den Hausnotruf erhebliche Kosten sparen könnten, stiegen laut Nutzerumfrage auch die Lebensqualität der Betroffenen durch den längeren Verbleib im eigenen Haushalt. Angehörige erführen zudem eine hohe Entlastung. "Doch leider", da ist sich Schildt sicher, "ist das noch nicht bekannt genug".
Hausnotruf statt Pflegeheim - Länger zu Hause leben spart dem Gesundheitssystem Kosten
Die
Studie errechnet beispielsweise, dass bei einem jährlichen
Mehraufwand von 340 Millionen Euro zur Ausstattung aller
Pflegebedürftigen mit einem Hausnotruf gleichzeitig bis zu einer
Milliarde Pflegekosten pro Jahr eingespart werden könnten. Die
Berechnung des Sparpotentials beruhe auf der Annahme, dass der
Hausnotruf für 10–20 Prozent der Senioren mit Pflegestufe den
Übergang von der ambulanten in die stationäre Pflege um bis zu
sechs Monate verzögere. Die Ausstattung aller pflegedürftigen
Personen in Deutschland mit einem Hausnotrufgerät lohne sich für
die Pflegekassen bereits, wenn erreicht würde, dass 10 Prozent der
Pflegebedürftigen vier Monate später in ein Pflegeheim kämen.
"Ohne Mehrkosten für das Gesundheitssystem kann so für
Senioren die Sicherheit und Lebensqualität in den eigenen vier
Wänden deutlich gesteigert werden", unterstreicht Schildt.
Informationen
zum Hausnotruf der Malteser gibt es unter 0203/8099033 oder
www.malteser-hausnotruf.de






